Alexander Janzen · IT-Infrastruktur
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Projekte

Das meiste habe ich zu Hause gelernt.

Privat betreibe ich mein eigenes Netz: Virtualisierung, Netzwerk, Speicher, Überwachung und Automatisierung. Nicht als Spielerei, sondern als Übungsfeld für genau die Themen, die im Berufsalltag zählen — deshalb steht hier der Aufbau, aber keine Zugangsdaten und keine internen Angaben.

1 Anmeldung für alle Dienste, mit zweitem Faktor
0 offene Ports am Router — Zugriff nur über Tunnel und Identitätsprüfung
6 Bereiche im Netz, jeder mit eigener Aufgabe und Adressregel
täglich Sicherung, Prüfläufe und Meldungen ohne Handgriff

Der Aufbau

Wie die Ebenen zusammenspielen — vom Gerät unterwegs bis zu den Daten.

Schaubild: Zugriff von außen über Tunnel und Identitätsprüfung zur Virtualisierungsplattform mit ihren Diensten, darunter der Speicher mit geprüfter Sicherung
Zugriff, Plattform und Speicher. Von außen ist am Router nichts erreichbar: Der Weg führt über einen Tunnel und eine Identitätsprüfung mit zweitem Faktor — erst nach vollständiger Anmeldung wird überhaupt eine Oberfläche sichtbar. Dahinter laufen die Dienste getrennt voneinander auf einer Virtualisierungsplattform, darunter liegt der Speicher mit geprüfter Sicherung.
Übersicht der sechs Netzbereiche mit ihrem Zweck und der Art der Adressvergabe
Sechs Bereiche, feste Regeln. Serveradressen werden im Gerät selbst eingestellt und liegen außerhalb des Automatikbereichs. Geräte ohne feste Adresse können deshalb keine Serveradresse belegen — genau dieses Problem hatte ich einmal, und dieser Aufbau ist die Antwort darauf.

Was ich privat gebaut habe

01

Virtualisierungs-Plattform

Proxmox VE als Basis, darüber virtuelle Maschinen und Container (Docker mit Compose), getrennt nach Aufgabe: Netz und Namensauflösung, Dateien und Archiv, Überwachung, Automatisierung. Geplant, aufgebaut und im Dauerbetrieb — samt Adressierung, Updates und Wiederherstellung aus Sicherungen.

02

Netzwerk mit Segmenten

Sechs Bereiche für Server, feste Arbeitsplätze, Automatik, Geräte mit reservierten Plätzen, Gäste und Fernzugang. Eigenes DNS mit Filterung (AdGuard Home), Adressvergabe nach Plan — und ein Netzdokument, in dem jede Adresse steht.

03

Speicher & Backup

TrueNAS mit ZFS als zentrale Ablage, Sicherung auf ein zweites Gerät und regelmäßige Prüfung, ob vorhandene Sicherungen wirklich noch verwendbar sind. Ein Backup, das nie getestet wurde, zählt bei mir nicht.

04

Zugriff mit Türsteher

Dienste von außen erreichbar, aber nicht offen: Zugang über einen Tunnel ohne offene Ports am Router, davor eine Identitätsprüfung (Authelia) mit zweitem Faktor. Nach mehreren Fehlversuchen wird gesperrt, und ich bekomme eine Meldung.

05

Überwachung & Alarmierung

Ein Dashboard mit Kennzahlen zu Auslastung, Speicher, Stromverbrauch und Diensten; Erreichbarkeitsprüfung im Netz (NetAlertX); Automatismen, die bei Schwellwertverletzung melden. Ich merke Probleme, bevor ich vor ihnen stehe.

06

Automatisierung im Alltag

Skripte in Python und Bash für wiederkehrende Aufgaben: Sicherungen, Prüfläufe, Berichte, Wartungsfenster. Was öfter als zweimal passiert, bekommt bei mir einen Befehl.

Wie ich arbeite

Sechs Grundsätze, die sich in diesem Aufbau wiederfinden.

  • Erst beschreiben, dann bauen. Adressplan, Dienste und Zugriffsregeln liegen versioniert in einer Versionsverwaltung (Git). Die Beschreibung ist die Quelle der Wahrheit, nicht mein Gedächtnis — auch in sechs Monaten noch.
  • Keine Sicherung ohne Probe. Eine Sicherung, deren Wiederherstellung nie getestet wurde, ist eine Hoffnung. Ich spiele zurück, bevor ich sie als Sicherung bezeichne.
  • Zugang nur über Identität. Jeder Dienst steht hinter einer Anmeldung mit zweitem Faktor; mehrere Fehlversuche lösen eine Sperre und eine Meldung an mich aus. Kein Dienst ist „nur schnell“ ohne Schutz erreichbar.
  • Änderungen nachvollziehbar. Jede Änderung an der Konfiguration ist eine Version mit Grund. Wenn etwas kaputtgeht, will ich wissen, was ich wann geändert habe — nicht raten.
  • Melden statt suchen. Schwellwerte, Ausfälle und fehlgeschlagene Anmeldungen lösen Meldungen aus. Ich erfahre es, bevor jemand anruft.
  • Weniger Angriffsfläche. Was ich nicht brauche, ist ausgeschaltet statt nur ungenutzt; Rechte so knapp wie möglich; Zugangsdaten in einem Tresor statt in einer Datei auf dem Schreibtisch.

Technik im Einsatz

Werkzeuge, die ich hier täglich betreibe — nicht aus dem Katalog, sondern im Betrieb.

  • Proxmox VE
  • LXC-Container
  • Docker & Compose
  • ZFS
  • TrueNAS
  • Nginx Proxy Manager
  • AdGuard Home
  • Authelia mit TOTP
  • WireGuard
  • Cloudflare Tunnel
  • NetAlertX
  • Home Assistant
  • Shelly
  • Python
  • Bash
  • Git
  • Cron

Der Fernzugang ins interne Netz läuft über WireGuard — damit arbeite ich unterwegs auf denselben Systemen wie zu Hause, ohne dafür eine Oberfläche ins offene Netz zu stellen.

Aus der Praxis — vier Fehler, vier Lehren

Die interessanten Geschichten sind nicht die, wo alles lief, sondern die anderen.

  • Ein Steuergerät belegte die Adresse eines Servers. Der Dienst war für ein paar Minuten nicht erreichbar. Ursache: Der Bereich für automatische Vergabe enthielt die Adressen der Server — ein Gerät ohne feste Adresse bekam genau die Adresse, die schon vergeben war. Behoben: automatische Vergabe hinter alle festen Plätze verschoben und danach jedes Gerät einzeln geprüft. Dabei kam der zweite Fall heraus: Die zentrale Datenablage holte ihre Adresse selbst, was beim nächsten Wechsel alle Verbindungen gebrochen hätte. Lehre: Ein Adressplan ist nur so gut wie die Prüfung danach.
  • Ein Gerät antwortete, war aber nicht erreichbar. Die Verwaltungsoberfläche meldete das Gerät als sauber — die Steuerung erreichte es trotzdem nicht. Ursache: Das Gerät hing auf einer alten Adresse, der Zwischenspeicher der Steuerung trug noch den alten Wert. Behoben: Adresse direkt am Gerät verifiziert (Gegenprobe über die Hardware-Adresse), Zwischenspeicher korrigiert, Steuerung neu gestartet — genau in dieser Reihenfolge, sonst holt der Neustart den alten Stand zurück. Lehre: Wenn Oberfläche und Wirklichkeit auseinandergehen, gilt die Wirklichkeit.
  • Der Host blieb unter Last stehen. Bei Schreiblast auf die Platten wurde der Virtualisierungshost träge bis unbedienbar. Ursache: der Übertragungsweg, über den die virtuellen Maschinen auf die Platten zugreifen. Behoben: anderen Übertragungsweg gewählt, zusätzlich eine Überwachung auf stehende Systeme ergänzt. Seither keine Ausfälle dieser Art. Lehre: Symptome dämpfen hilft nicht — ohne Ursache kommt der Fehler wieder.
  • Härtetest statt Annahme. Nach dem Umbau des Fernzugangs habe ich jede veröffentlichte Adresse ohne Anmeldung abgerufen: Alle antworteten mit „Zugriff verweigert“, keine einzige Oberfläche war sichtbar. Ebenso geprüft: Nach mehreren Fehlversuchen greift die Sperre und löst eine Meldung an mich aus. Lehre: „Müsste geschützt sein“ ist kein Nachweis — ich probiere es aus, und zwar bevor es jemand anderes tut.

Und beruflich

Kassen- und Filialsysteme im Handel

Beratung und Analyse für eine bundesweit eingesetzte Kassen-Software: Fehlerbilder reproduzieren, Testumgebungen nachbauen, Hardware- und Firmware-Themen klären, Ergebnisse dokumentieren — oft in Themen, die mehrere Teams gleichzeitig betreffen.

Rechenzentrum & Support

Frühere Stationen: Betrieb und Betreuung von Rechenzentrums-Infrastruktur, Sicherungen, Benutzerverwaltung und Support — dort habe ich gelernt, wie viel Wert eine saubere Übergabe und Dokumentation hat.

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